Die Matrix der Anspruchsgruppen ist ein Tool, das es ermöglicht, die Akteurinnen und Akteure eines kommunalen Projekts zu identifizieren und zu verstehen, sowie ihre Rolle, ihre Erwartungen und ihre potenziellen Auswirkungen. Im Rahmen von «Boussole 21» verwendet, hilft sie, die Prinzipien der Nachhaltigkeit in die Governance des Projekts zu integrieren, indem sie die Verbindungen zwischen die Agierenden, die Risiken, die Chancen und die Bedürfnisse nach Beteiligung aufzeigt.
Das Ziel der Matrix ist es, eine strukturierte Übersicht der Anspruchsgruppen zu bieten, um Entscheidungen zu lenken, die Beteiligung zu planen und sensible Punkte vorherzusehen.
Durch die Kreuzung der Kriterien und der Anspruchsgruppen unterstützt die Matrix eine transparente und inklusive Governance, die für den Erfolg eines nachhaltigen Projekts unerlässlich ist. Sie dient auch als Basis für interne Diskussionen, für partizipative Schritte, falls diese relevant sind, und für die Bewertung der gekreuzten Auswirkungen in «Boussole 21».
Die Matrix «Boussole 21» ist ein Analysetool, das es ermöglicht, ein kommunales Projekt im Hinblick auf die Prinzipien der Nachhaltigkeit zu bewerten, indem die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Dimensionen ausgewogen berücksichtigt werden. Sie bietet einen strukturierten Rahmen, um die positiven und negativen Effekte eines Projekts zu identifizieren.
Gemeinsam mit der Matrix der Anspruchsgruppen verwendet, hilft die Matrix «Boussole 21», eine sektorale Lesart der Projekte zu überwinden, indem sie einen transversalen und systemischen Ansatz fördert. Sie ermöglicht es, die Interaktionen zwischen den verschiedenen Dimensionen der Nachhaltigkeit, die notwendigen Abwägungen und die eventuellen Risiken, die es vorherzusehen gilt, hervorzuheben.
Das Ziel der Matrix «Boussole 21» ist es, die Entscheidungsfindung im Vorfeld von Projekten zu unterstützen, ihre globale Qualität zu verbessern und die Kohärenz mit den klimatischen und nachhaltigen Verpflichtungen der Gemeinde zu stärken. Sie stellt ein Entscheidungshilfetool dar, das die Diskussion zwischen den Diensten, die Begründung der getroffenen Wahl und die schrittweise Integration der Nachhaltigkeit in die kommunalen Praktiken erleichtert.
Eine Anspruchsgruppe ist eine Gruppe, eine Institution, ein Verein oder jede Person, die:
Es kann sich um interne Agierenden (kommunale Dienste, Kommissionen usw.) oder externe (Vereine, Unternehmen, Beauftragte, potenzielle Nutzerinnen und Nutzer des Projekts, ein kantonales Amt usw.) handeln.
Dieses Kriterium misst den Grad der Betroffenheit und des Engagements der Agierenden gegenüber dem Projekt.
Beispiele:
Zu stellende Frage: Inwiefern ist diese Anspruchsgruppe direkt betroffen, Begünstigte oder beeinflusst?
| Fragen | Gemeinderat | Beauftragte | Kanton | Andere Gemeinden | Bevölkerung (global) | Bevölkerung (Quartier) | Verletzliche Bevölkerung | Nutzenden | Grundeigentümenden | Schulen | Lokale Vereine und Organisationen | Lokale Unternehmen | |||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Hat die Anspruchsgruppe ein persönliches oder kollektives Interesse am Projekt? | |||||||||||||||
| Wird sie durch das Projekt positiv oder negativ beeinflusst? | |||||||||||||||
| Ist sie direkt von den durch das Projekt induzierten Veränderungen betroffen? | |||||||||||||||
| Hat sie spezifische Erwartungen im Zusammenhang mit dem Projekt geäussert? | |||||||||||||||
| Hat sie bereits bei früheren Schritten oder ähnlichen Projekten ein Interesse (positiv oder negativ) bekundet? |
Dieses Kriterium misst die indirekte Fähigkeit der Anspruchsgruppe, das Projekt zu orientieren, zu erleichtern oder zu blockieren. Dies kann umfassen:
Zu stellende Frage: Kann diese Anspruchsgruppe durch ihre Handlung oder ihre Meinung den Verlauf des Projekts verändern?
| Fragen | Gemeinderat | DIENST WÄHLEN | DIENST WÄHLEN | Beauftragte | Kanton | Andere Gemeinden | Bevölkerung (global) | Bevölkerung (Quartier) | Verletzliche Bevölkerung | Nutzenden | Grundeigentümenden | Schulen | Lokale Vereine und Organisationen | Lokale Unternehmen | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Hat diese Anspruchsgruppe die Fähigkeit, die öffentliche Meinung oder andere Agierenden zu beeinflussen (Kommunikation, Mobilisierung, Sichtbarkeit)? | |||||||||||||||
| Verfügt sie über eine Expertise oder technische Informationen, die die Projektentscheidungen orientieren können? | |||||||||||||||
| Kann sie die operative Umsetzung des Projekts erleichtern oder erschweren (Zugang, Beziehungen, indirekte Bewilligungen)? | |||||||||||||||
| Besitzt sie ein Netzwerk von Agierenden, die das Projekt beeinflussen können? | |||||||||||||||
| Hat sie eine Historie des Einflusses auf ähnliche Projekte? |
Dieses Kriterium misst die formale Fähigkeit der Anspruchsgruppe, das Projekt zu validieren, zu blockieren oder Schiedsentscheide zu treffen. Es handelt sich um die institutionelle, gesetzliche, reglementarische oder vertragliche Macht. Dies kann umfassen:
Zu stellende Frage: Kann diese Anspruchsgruppe offiziell über die Umsetzung, die Bedingungen oder den Umfang des Projekts entscheiden?
| Fragen | Gemeinderat | DIENST WÄHLEN | DIENST WÄHLEN | Beauftragte | Kanton | Andere Gemeinden | Bevölkerung (global) | Bevölkerung (Quartier) | Verletzliche Bevölkerung | Nutzenden | Grundeigentümenden | Schulen | Lokale Vereine und Organisationen | Lokale Unternehmen | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Besitzt diese Anspruchsgruppe eine institutionelle Macht über das Projekt (Gemeinderat, Parlament, Kanton usw.)? | |||||||||||||||
| Muss sie das Projekt oder bestimmte Schritte offiziell validieren? | |||||||||||||||
| Kann sie die Realisierung des Projekts gesetzlich oder administrativ blockieren? | |||||||||||||||
| Trägt sie auf entscheidende Weise zu seiner Finanzierung bei? | |||||||||||||||
| Besitzt sie ein Eigentums-, Nutzungs- oder Kontrollrecht über ein Schlüsselelement des Projekts (Grundstück, Gebäude, Infrastruktur)? |
Diese Kriterien bewerten, inwieweit die Anspruchsgruppe:
Die Skala spiegelt die Intensität der Auswirkung wider:
Beitrag oder Risiko bezüglich: Biodiversität, Böden, Gewässer, Energie, Mobilität, Ressourcen, Emissionen, Verschmutzungen, Grünflächen, Belästigungen usw.
Beitrag oder Risiko bezüglich: Sozialer Zusammenhalt, Integration, Lebensqualität, Inklusion, soziale Akzeptanz, Zugang, Sicherheit, Gesundheit, Zusammenleben usw.
Beitrag oder Risiko bezüglich: Lokale Aktivitäten, Arbeitsplätze, kurze Wege, Kosten und Nutzen, Wartung, wirtschaftliche Resilienz, Wirtschaftsförderung usw.
Zu stellende Frage: Verstärkt oder schwächt diese Anspruchsgruppe die Nachhaltigkeit des Projekts, und in welchem Grad?
Beitrag oder Risiko bezüglich: Biodiversität, Böden, Gewässer, Energie, Mobilität, Ressourcen, Emissionen, Verschmutzungen, Grünflächen, Belästigungen usw.
| Fragen | Gemeinderat | DIENST WÄHLEN | DIENST WÄHLEN | Beauftragte | Kanton | Andere Gemeinden | Bevölkerung (global) | Bevölkerung (Quartier) | Verletzliche Bevölkerung | Nutzenden | Grundeigentümenden | Schulen | Lokale Vereine und Organisationen | Lokale Unternehmen | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Kann diese Anspruchsgruppe dazu beitragen, die Umweltauswirkung des Projekts zu reduzieren (Expertise, Aktionen, Ressourcen)? | |||||||||||||||
| Bringt das Projekt dieser Anspruchsgruppe einen Umweltvorteil (Biodiversität, Luftqualität, Reduktion von Belästigungen)? | |||||||||||||||
| Birgt das Projekt für diese Anspruchsgruppe das Risiko einer negativen Umweltauswirkung (Verschmutzung, Belästigungen, Verlust von Biodiversität, Ressourcen)? | |||||||||||||||
| Übt diese Anspruchsgruppe Aktivitäten mit einer bemerkenswerten Umweltauswirkung aus, die die nachhaltige Umsetzung des Projekts erschweren könnten? |
Beitrag oder Risiko bezüglich: Sozialer Zusammenhalt, Integration, Lebensqualität, Inklusion, soziale Akzeptanz, Zugang, Sicherheit, Gesundheit, Zusammenleben usw.
| Fragen | Gemeinderat | DIENST WÄHLEN | DIENST WÄHLEN | Beauftragte | Kanton | Andere Gemeinden | Bevölkerung (global) | Bevölkerung (Quartier) | Verletzliche Bevölkerung | Nutzenden | Grundeigentümenden | Schulen | Lokale Vereine und Organisationen | Lokale Unternehmen | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Könnte das Projekt die Lebensqualität oder die soziale Inklusion dieser Anspruchsgruppe verbessern? | |||||||||||||||
| Kann diese Anspruchsgruppe den sozialen Zusammenhalt (Jugendliche, Senioren, Integration, Behinderung) oder das Zusammenleben im Rahmen des Projekts stärken? | |||||||||||||||
| Birgt das Projekt für diese Anspruchsgruppe das Risiko, soziale Spannungen, Nutzungskonflikte oder Verluste an Lebensqualität zu erzeugen? | |||||||||||||||
| Gehört diese Anspruchsgruppe einer sozialen Gruppe an, die gegenüber den durch das Projekt induzierten Veränderungen besonders verletzlich ist? |
Beitrag oder Risiko bezüglich: Lokale Aktivitäten, Arbeitsplätze, kurze Wege, Kosten und Nutzen, Wartung, wirtschaftliche Resilienz, Wirtschaftsförderung usw.
| Fragen | Gemeinderat | DIENST WÄHLEN | DIENST WÄHLEN | Beauftragte | Kanton | Andere Gemeinden | Bevölkerung (global) | Bevölkerung (Quartier) | Verletzliche Bevölkerung | Nutzenden | Grundeigentümenden | Schulen | Lokale Vereine und Organisationen | Lokale Unternehmen | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Erzeugt das Projekt wirtschaftliche Vorteile für diese Anspruchsgruppe (Arbeitsplätze, Aktivität, reduzierte Kosten, Einsparungen)? | |||||||||||||||
| Kann diese Anspruchsgruppe dazu beitragen, die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Projekts zu stärken (Finanzierung, Kompetenzen, Ressourcen)? | |||||||||||||||
| Birgt das Projekt für diese Anspruchsgruppe das Risiko von Kosten, Aktivitätsverlusten oder wirtschaftlichen Zwängen? | |||||||||||||||
| Hat diese Anspruchsgruppe eine wirtschaftliche Abhängigkeit, die durch das Projekt geschwächt werden könnte? |
Nach der Bewertung der Hauptkriterien (Interesse, Einfluss, Macht, Umweltauswirkungen, soziale und wirtschaftliche Auswirkungen) — die dazu dienen, zu verstehen, wer betroffen ist und wie —, schlägt das Tool eine Reihe von abschliessenden Fragen vor. Diese dienen dazu, zu verstehen, wie komplex, sichtbar oder sensibel das Projekt selbst ist; sie qualifizieren die Natur des Projekts und seine organisatorische Komplexität.
Sie betreffen nicht die Anspruchsgruppen selbst, sondern den strukturellen Kontext des Projekts, um zu bestimmen, ob eine vertiefte Analyse mit «Boussole 21» relevant ist.
Diese Fragen erfüllen drei wesentliche Funktionen:
Sie ermöglichen es:
| Fragen | Antworten |
|---|---|
| Wird das Projekt für die Bevölkerung oder für Nutzenden sichtbar sein oder betrifft es ein heikles Thema? | |
| Verändert das Projekt einen bestehenden Ort, eine Dienstleistung oder eine Nutzung? | |
| Beinhaltet das Projekt Bauarbeiten an einem Gebäude, einem Aussenraum oder einer bestehenden Ausstattung? | |
| Muss das Projekt eine Verpflichtungskredit erfordern? | |
| Ist das Projekt ausschliesslich intern (Reglement, Finanzen, Verfahren) ohne Auswirkung auf die Bevölkerung? | |
| Wie viele Dienste werden voraussichtlich Anspruchsgruppen des Projekts sein? |
Die Matrix der Anspruchsgruppen ist ein Tool, das es ermöglicht, die Agierenden eines kommunalen Projekts zu identifizieren und zu verstehen, sowie ihre Rolle, ihre Erwartungen und ihre potenziellen Auswirkungen. Im Rahmen von «Boussole 21» verwendet, hilft sie, die Prinzipien der Nachhaltigkeit in die Governance des Projekts zu integrieren, indem sie die Verbindungen zwischen den Agierenden, die Risiken, die Chancen und die Bedürfnisse nach Beteiligung aufzeigt.
Das Ziel der Matrix ist es, eine strukturierte Übersicht der Anspruchsgruppen zu bieten, um Entscheidungen zu lenken, die Beteiligung zu planen und sensible Punkte vorherzusehen.
Durch die Kreuzung der Kriterien und der Anspruchsgruppen unterstützt die Matrix eine transparente und inklusive Governance, die für den Erfolg eines nachhaltigen Projekts unerlässlich ist. Sie dient auch als Basis für interne Diskussionen, für partizipative Schritte, falls diese relevant sind, und für die Bewertung der gekreuzten Auswirkungen in «Boussole 21».
Die Kriterien Interesse, Einfluss und Macht werden von 1 bis 5 bewertet, je nach Wichtigkeit einer Agierende; die Kriterien Auswirkungen und gewünschtes Engagement werden von -2 bis 2 bewertet, je nach potenziellem Impact des Projekts auf jede Agierende und dem potenziellen Impact jeder Agierende auf die Nachhaltigkeit des Projekts (Expertise, Entscheidung usw.).
Die Noten reichen von 0 bis 15. Ab 10 Punkten ist von einer relevanten Anspruchsgruppe auszugehen (Konzertierung oder Mitentscheid).
| Kriterien | Gemeinderat | DIENST WÄHLEN | DIENST WÄHLEN | Beauftragte | Kanton | Andere Gemeinden | Bevölkerung (global) | Bevölkerung (Quartier) | Verletzliche Bevölkerung | Nutzenden | Grundeigentümenden | Schulen | Lokale Vereine und Organisationen | Lokale Unternehmen | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Interesse | |||||||||||||||
| Einfluss | |||||||||||||||
| Macht | |||||||||||||||
| Umwelt | |||||||||||||||
| Soziales | |||||||||||||||
| Wirtschaft | |||||||||||||||
| Punktetotal | |||||||||||||||
| Nachhaltigkeitsauswirkungen | |||||||||||||||
| Bewertung | |||||||||||||||
| Vorgeschlagenes Engagement | |||||||||||||||
| Anspruchsgruppen |
Die Matrix von «Boussole 21» stützt sich auf die Antworten der abschliessenden Fragen und der Fragen zu den potenziellen Anspruchsgruppen.
Schliesslich werden die Nachhaltigkeits-Scores über alle Anspruchsgruppen integriert und funktionieren wie folgt:
Empfehlungen:
| Bereich | Thema | Score |
|---|---|---|
| Institutionelle Komplexität | Anzahl betroffener Dienste | |
| Verpflichtungskredit | ||
| Gesellschaftliche Komplexität | Anzahl Anspruchsgruppen | |
| Projekttyp | Öffentlicher Raum | |
| Bauarbeiten | ||
| Reglement | ||
| Nachhaltigkeits-Score | Umwelt | |
| Soziales | ||
| Wirtschaft | ||
| Total | ||
| Vorgeschlagene Verwendung von «Boussole 21» | ||